Ein Wrack bezeichnet ein durch Verfall oder Beschädigung unbrauchbar gewordenes Fahrzeug. Beim Wracktauchen werden versunkene Fortbewegungsmittel wie zum Beispiel Boote, Flugzeuge oder Autos unter Wasser erkundet.

 

Tipps für Wracktaucher

Viele Taucher beschreiben das Wracktauchen als ein Abenteuer unter Wasser. Das ist es gewiss auch. Schließlich können Sie als Taucher einige interessante Dinge unter Wasser finden und begutachten. Doch das Wracktauchen ist nicht ganz ungefährlich. Wir haben einige Tipps zusammengefasst, die besonders für Tauchanfänger von großer Bedeutung sind.


Genau über das Wrack informieren

Jeder Wracktauchgang will gut geplant sein. Sie sollten sich immer ausreichend darüber informieren, was Sie im und am Wrack genau erwartet, in welcher Tiefe sich das Wrack befindet und für welche Taucher es bestenfalls geeignet ist. Mögliche Strömungen oder Besonderheiten sollten ebenfalls berücksichtigt werden.


Die richtige Ausrüstung zum Wracktauchen

Auf die richtige Tauchausrüstung sollte ebenfalls geachtet werden. Besonders die Sicht ist beim Wracktauchen von großer Bedeutung. Um alles im Blick zu haben, empfehlen wir Brillenträgern das Tragen von Tauchmasken mit Sehstärke, da die verminderten Lichtverhältnisse im Wrack für eine deutlich schlechtere Sicht sorgen.

Zudem raten wir dazu, lange Neoprenanzüge zu tragen, damit Sie sich vor hervorstehenden Wrackteilen oder scharfen Kanten schützen können. Sollten Sie vorhaben, Innenräume eines Wracks zu betauchen, benötigen Sie in jedem Fall eine Lampe. Viele Taucher bevorzugen es, bei Wrack-Tauchgängen ein Messer dabei zu haben, da in einigen Fällen die Gefahr bestehen kann, sich in und an Wracks in Netzen oder Angelleinen zu verfangen.


Vorsicht beim Betauchen von Innenräumen

Sollte das Tauchen in den Innenräumen eines Wracks Ihrer Wahl erlaubt sein, ist äußerste Vorsicht geboten. Verzichten Sie lieber darauf, durch enge Stellen zu tauchen. Außerdem kann die aufsteigende Atemluft im Wrack dazu führen, dass sich Sedimente von der Decke lösen.

Infolgedessen lässt die Sicht rapide nach und der Weg nach draußen kann nur noch ertastet werden. Durch Panik kann der Körper im schlimmsten Fall verkrampfen und ein sicherer Aufstieg kann nicht mehr gewährleistet werden. Daher ist das Betauchen von Innenräumen eines Wracks eher für fortgeschrittene Wracktaucher mit viel Erfahrung geeignet.


Kommunikation mit dem Buddy

Bei jedem Tauchgang ist die Kommunikation mit dem Buddy von großer Bedeutung. Aufgrund der ungewohnten Situation und der Dunkelheit unter Wasser ist es bei Wrack-Tauchgängen umso wichtiger, immer in sichtbarer Nähe beim Buddy zu bleiben. Zur Kommunikation unter Wasser sollten die gängigen Tauchzeichen natürlich bekannt sein. 


Respektvolles Verhalten im und am Wrack

Das Wracktauchen ist gewiss für viele Taucher ein einzigartiges Erlebnis unter Wasser. Dennoch sollten Sie immer im Hinterkopf haben, dass nicht jedes Wrack absichtlich versenkt wurde. Einige sind auf tragische Weise untergegangen. In einigen Fällen sind dabei sogar Menschen ums Leben gekommen. Daher sollte dieser Platz in jeder Hinsicht mit vollem Respekt behandelt werden. Bei Wracks handelt es sich um bedeutende Kulturgüter, bei denen das Plündern in jedem Fall streng verboten ist.


PADI Wreck Diver

Um ein sicheres Taucherlebnis beim Wracktauchen zu garantieren, bietet PADI Adventure den sogenannten PADI Wreck Diver Spezialkurs an. Während des Kurses werden Sie über die Sicherheit beim Erkunden von Wracks aufgeklärt. Die genaue Planung für einen Wrack-Tauchgang wird ebenfalls vorgestellt. Um sicher in das Wrack hineinzutauchen, wird die richtige Verwendung von Leinen besprochen.

Zudem werden Ihnen Techniken beigebracht, um nichts am Wrack zu zerstören, Meerestiere in Ihrer gewohnten Umgebung nicht zu irritieren und keine Sedimente aufzuwirbeln, welche wie bereits erwähnt, zu einer verschlechterten Sicht führen können.


Die besten Spots zum Wracktauchen

Das Wrack der Yongala, welches 106 Meter lang ist, gehört zu den größten Schiffswracks der Welt. Es befindet sich an der Küste von Queensland in Australien. Schätzungen zufolge erkunden mehr als 10.000 Taucher im Jahr dieses einzigartige Wrack im Great Barrier Reef Marine Park.

Aufgrund eines Zyklons (tropischer Wirbelsturm) versank das Schiff im Jahr 1911. Dabei kamen alle 122 Insassen ums Leben. Erst im Jahre 1958 wurde das Wrack der Yongala entdeckt. Ein Grund mehr das historische Wrack zu erkunden, ist die einzigartige Vielfalt an Meeresbewohnern, die Sie dort zu Gesicht bekommen werden. Unter anderem werden Sie auf Schildkröten, Seeschlangen und Clownfische treffen.

Das Wrack der U.S.S Kittiwake vor den Cayman Islands eignet sich besonders gut für Anfänger im Wracktauchen. 2011 wurde die knapp 76 Meter lange Kittiwake vor dem Seven Mile Beach absichtlich versenkt. Um vor Ort einen sicheren Tauchgang im Wrack der Kittiwake zu garantieren, wurden Türen und Luken entfernt, welche eventuell eine Gefahr darstellen können.

Das Wrack lässt sich in insgesamt 5 Ebenen unterteilen. Darunter ist das Ruderhaus sehr leicht zu erreichen. Noch heute finden Sie dort das Steuer und einen Kompass. Besonders beliebt sind die zwei Dekompressionskammern und eine künstliche Taucherglocke, welche ebenfalls im Wrack zu bestaunen sind.

Für erfahrene Taucher empfehlen wir das Wracktauchen in der U.S.N.S. General Hoyt S. Vandenberg. Diese befindet sich etwa in 26 Metern Tiefe in Key West, Florida. Die 158 Meter lange “Vandy” ist mit einem freien Fall in einen der elf Aufzugsschächte zu erreichen. Das Schiff wurde 2009 versenkt und dient von seither als künstliches Riff.

Die vielen für Taucher geschaffenen Ausgänge und das Entfernen vieler Türen, um Gefahren zu minimieren, machen das Tauchen im Wrack um einiges sicherer. Doch bei diesem Tauchgang werden Sie nicht alleine sein. Ein knapp zwei Meter langer Zackenbarsch hat sich schon seit vielen Jahren im Wrack der Vandenberg angesiedelt. Ebenfalls sehr interessant ist die riesige Satellitenschüssel des Schiffes, durch welche Sie am Ende ihres abenteuerlichen Tauchgangs durchtauchen werden.

Um interessante Wracks zu bestaunen, müssen Sie nicht zwangsläufig ins Ausland. Deutschland bietet ebenfalls einige Wracks an, welche in jedem Fall einen Tauchgang wert sind. Weitere Wracks sowie Tauchplätze in Deutschland finden Sie in inserem Artikel über das Tauchen in Deutschland