Höhlentauchen

Schätzungsweise 90 Prozent unserer Meere sind noch unerforscht, daher stellt das Höhlentauchen eine besondere Herausforderung dar. Es ist faszinierend, den Höhlen der ganzen Welt ihre verborgenen Geheimnisse zu entlocken, jedoch ist das Tauchen in Höhlen mit erhöhten Risiken und Gefahren verbunden.

Beim Höhlentauchen ist es enorm wichtig, die richtige Tauchausrüstung zu besitzen und sich im Vorfeld alle nötigen Kenntnisse anzueignen. Anfänger sollten sich darüber bewusst sein, dass das Höhlentauchen keine Fehler zulässt, denn hat man beim Buddycheck etwas übersehen oder verirren Sie sich in einer komplex aufgebauten Höhle kann das Ihr Leben kosten. Aus diesem Grund wurden die Höhlen in unterschiedliche Zonen aufgeteilt damit Taucher, egal welchen Erfahrungsgrad sie haben, sich langsam an die jeweiligen Tiefen herantasten können.

 

Höhlen sind für Taucher in folgende Zonen unterteilt:

Zone 1 - Cavern

- Einstieg mit Wasser gefüllt 
- natürliches Licht ist vorhanden
- geeignet für Anfänger

 

Zone 2 - Cave

- kein natürliches Licht
- Engstellen können vorhanden sein
- Max. 30 Meter tief

 

Zone 3 - Full Cave

- Komplexe Höhlensysteme, die betaucht werden können
- Bis zu mehreren Kilometern tief
- Möglichkeit besteht, sich mehrere Tage in den Höhlen aufzuhalten
- Nur für Erfahrene Taucher geeignet

 

Anfänger sollten definitiv klein anfangen und sich langsam an tiefere Tauchgänge herantasten, da sie sich ohne die entsprechenden Fähigkeiten vielleicht schnell in einer unangenehmen oder gar lebensbedrohlichen Situation wiederfinden. Die Zonen 1 und 2 können mit entsprechender Ausrüstung auch von Anfängern betaucht werden. Höhlen der Zone 3 sollten nur von erfahrenen Sporttauchern betaucht werden, da sie die nötige Ausrüstung besitzen und entsprechend für diese Form des Tauchens ausgebildet worden sind.

Sie sollten sich vor jedem Höhlentauchgang informieren, ob vielleicht eine Genehmigung von Nöten ist, um in diesen komplexen Systemen zu tauchen. Im Folgenden haben wir Ihnen 10 Tipps zum Höhlentauchen zusammengestellt, damit Sie einen groben Einblick in die Thematik bekommen. Sollten Sie daran interessiert sein, weitere Kenntnisse zu erlangen, ist es zwingend notwendig, eine entsprechende Tauchausbildung zu absolvieren.

 

10 Tipps zum Höhlentauchen

1. Laut vorliegender Unfallstatistiken sind die Hauptursachen für Zwischenfälle unter Wasser eine nicht ausreichende Höhlentauchausbildung oder eine fehlerhafte Ausrüstung. Vergewissern Sie sich, dass Ihre Kenntnisse und die Ausrüstung auf die jeweilige Expedition abgestimmt sind.

2. Besuchen Sie einen Tauchkurs und lassen Sie sich vernünftig ausbilden. Erkundigen Sie sich gut, bevor Sie eine Wahl treffen, da viele Ausbildungsorganisationen unerfahrene Tauchlehrer praktizieren lassen! Anhand von Rezensionen oder Empfehlungen können Sie abwägen und beurteilen, ob es die richtige Wahl ist.

3. Tauchen Sie nur mit einer an die Expedition angepassten Tauchausrüstung. Diese muss einwandfrei funktionieren und Ihre Sicherheit gewährleisten.

4. Vor dem Tauchgang ist ein ausführlicher Buddycheck überlebenswichtig. Sie und Ihr Buddy sollten in der Lage sein, beide Ausrüstungen blind bedienen zu können. Denn im Falle eines Unglücks, ist man auf die Hilfe des Parnters angewiesen. Daher sollte die Wahl des Partners gut durchdacht werden, man vertraut dem Buddy quasi sein Leben an.

5. Sie sollten nur dann tauchen, wenn Sie sich in einem guten gesundheitlichen Zustand befinden. Sollten Sie sich unwohl oder krank fühlen, ist es ratsam, den Tauchgang abzubrechen bzw. gar nicht erst anzutreten.

6. Halten Sie sich an die Sicherheitshinweise und die bewährten Standards. Mehr zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel Sicherheit beim Tauchen. Schauen Sie doch mal rein.

7. Die 3L-Regel (Luft-Leine-Licht) ist zwingend einzuhalten.

8. Planen Sie Ihren Tauchgang genau, es vereinfacht das Tauchen und stellt Ihr Wohlergehen unter Wasser sicher.

9. Ein komplettes Briefing sollte in jedem Fall durchgeführt werden. Das Briefing dient dazu, Probleme vor dem Tauchgang anzusprechen und zu lösen. 

10. Lernen und tauchen Sie am besten in einer Gruppe - Sie können Ihre Kenntnisse durch neue Eindrücke Ihrer Kollegen ergänzen und sich im Ernstfall gegenseitig helfen. 

 

Wenn Sie nun Lust bekommen haben, das Höhlentauchen einmal auszuprobieren, empfehlen wir Ihnen unseren Artikel zum Thema Unterwasserfotografie, denn Höhlen bieten jede Menge Motive für spektakuläre Aufnahmen.