Tauchen ist nicht gleich Tauchen. Es gibt besonders in Sachen Ausrüstung viele Unterschiede zwischen dem Tauchen in kalten und warmen Gewässern. Es beginnt schon damit, dass in kalten Gewässern mehr Blei für das Abtauchen benötigt wird. Während Sie beispielsweise in Tropengebieten ca. 2-4 Kilogramm Blei verwenden um abzutauchen, werden Sie in Kaltwassergebieten mit einem Trockenanzug ca. 10 Kilogramm brauchen. Dieses Phänomen entsteht durch die höhere Dichte in kalten Gewässern.

 

Gefahren beim Kaltwassertauchen 

Eine hochwertige technische Ausrüstung ist beim Kaltwassertauchen ebenfalls unerlässlich. Die Flaschenluft muss unbedingt trocken sein und der Regler sollte mit “cold water” gekennzeichnet sein. Auch eine extra Vereisungsvorrichtung ist zu empfehlen, da ein vereister Regler im schlimmsten Fall Lebensgefahr bedeutet.

Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, empfehlen wir Ihnen zwei getrennte Flaschensysteme. Im Falle einer Vereisung, wird dann der Abgang mit dem betroffenen Regler zugedreht. Nach kurzer Zeit hat sich die Vereisung in der Regel gelöst und Sie können das Ventil wieder öffnen. 

Vereisungen des Lungenautomaten stellen nicht nur im Winter oder bei Eistauchgängen ein Risiko dar. Bereits ab einer Wassertemperatur von 10 Grad Celsius sprechen Fachleute von Kaltwassertauchen. Das bedeutet, dass alle beschrieben Risiken ab einer solchen Wassertemperatur von Ihnen berücksichtigt werden sollten. Instrumente wie Finimeter und Tiefenmesser in doppelter Ausführung dabei zu haben, sorgt für zusätzliche Sicherheit beim Tauchen in kalten Gewässern.

 

Experten-Tipp

 

 

Lagern und montieren Sie ihre Tauchgeräte, vor allem den Atemregler, in möglichst warmer Umgebung, um das Vereisen vor dem Tauchgang zu vermeiden. Wenn die Lufttemperatur unter der Wassertemperatur liegt, sollten Sie erst unter der Wasseroberfläche mit der Atmung beginnen.

 

 

 

 

Medizinische Faktoren

Beim Tauchen in kalten Gewässern müssen vor allem medizinische Faktoren berücksichtigt werden. Durch die geringen Temperaturen, nimmt der Körper mehr Stickstoff auf. Wer lange und tief in kalten Gewässern taucht, obwohl er friert, riskiert Unterkühlungen, was im schlimmsten Fall zu Bewusstlosigkeit und Herzstillstand führen kann. Sobald Sie die ersten Anzeichen von Unterkühlungen bemerken, sollten Sie den Tauchgang beenden, um eine Pause einzulegen.  

Falls Sie mehrere Tauchgänge planen, ist es enorm wichtig, lange Oberflächenpausen zu machen, um sich wieder aufzuwärmen. Tauchen Sie niemals ein zweites mal frierend ab!

Heißes duschen und Saunagänge sind zwar verlockend, aber nach dem Tauchen in kalten Gewässern nicht zu empfehlen. Sollten sie sich nach einem Tauchgang in die Sauna oder unter eine heiße Dusche begeben, drohen Dekompressionserkrankungen.  

 

Gebiete fürs Kaltwassertauchen

Die Arktis:

Besonders beliebt zum Kaltwassertauchen sind Gebiete wie die Arktis sowie die Antarktis. Hier ergibt die Kombination aus Sonnenlicht, Meerwasser und Eisformationen ein einmalig schönes Bild der Natur. In der Arktis, lassen sich typische Meeresbewohner wie Riesenkrabben, Anemonen, Dornhaie, Springkrebse und weiche Korallen beobachten. Auf Spitzbergen, haben Sie sogar die Möglichkeit, mit Robben zu tauchen.

Die Antarktis:

Die Antarktis ist eine der wenigen unberührten Regionen der Welt, was Ihnen ein unvergessliches Naturerlebnis bietet. Entlang der Antarktischen und Subantarktischen Küste versammeln sich Tiere wie Robben, Wale, Pinguine und Seevögel.

Grönland:

Ein weiteres beliebtes und durchaus interessantes Tauchgebiet erstreckt sich über die Küsten von Grönland. Da ca. 80% der größten Insel der Welt von einer bis zu 3000 Meter dicken Eisschicht bedeckt sind, gestaltet sich das Tauchen an vielen Orten eher schwierig. Allerdings sind Tauchgänge rund um Grönland zwischen den Eisbergen möglich. Wassertemperaturen von 2-4 Grad machen Grönland zu einem extrem gefährlichen Tauchspot, der nur für die Profis unter Ihnen geeignet ist.

Im Allgemeinen, lässt sich sagen, dass kalte Temperaturen in der Tauchplanung definitiv von Ihnen berücksichtigt werden müssen und nicht unterschätzt werden sollten.