Tauchen ist ein schöner, dafür aber auch gefährlicher Sport. Viele Unfälle sind allerdings vermeidbar, da sie in den meisten Fällen vorhersehbar sind. Im Folgenden stellen wir Ihnen die bekanntesten Ursachen von Tauchunfällen vor. Im Anschluss wird darauf eingegangen, was präventiv gegen Tauchunfälle getan werden kann.

 

Dehydrierung

Zu den häufigsten Ursachen von Tauchunfällen gehört die Dehydrierung, die wiederum das Risiko an der bekannten Taucherkrankheit zu erleiden enorm erhöht.

Schon im Alltag trinken die meisten zu wenig Wasser. Besonders vor dem Tauchen ist es aber umso wichtiger, mindestens einen halben Liter zu trinken, denn beim Tauchen handelt es sich um einen zum Teil sehr anstrengender Sport, bei dem man viel schwitzt, auch wenn man es unter Wasser vielleicht gar nicht wahrnimmt.

Wenn zu wenig Wasser getrunken wird führt dies zur Erschöpfung und im schlimmsten Fall zu Tauchunfällen. Dies liegt unter anderem daran, dass die Atemluft der Tauchflaschen aufgrund der Filteranlagen im Kompressor sehr trocken ist. Außerdem kann das eigene Urteilsvermögen durch Dehydrierung erheblich beeinträchtigt werden.

 

Dekompressionskrankheit

Ein Dekompressionsunfall beschreibt verschiedene Verletzungen, welche durch eine zu schnelle Druckentlastung beziehungsweise durch das Einwirken von Überdruck verursacht werden. Fachleute sprechen bei solchen Verletzungen von einem Barotrauma

Abhängig von der Tauchtiefe und der Dauer des Tauchgangs lagert sich aufgrund des Wasserdrucks Stickstoff im Gewebe ein. Sobald der Umgebungsdruck beim Auftauchen wieder abfällt, wird der Stickstoff vom Körper abgegeben. Allerdings muss der gelöste Stickstoff über das Blut in die Lunge transportiert werden, damit dieser anschließend dort abgeatmet werden kann.

Sollte es aber zur plötzlichen Druckänderung während des Auftauchens kommen (wie zum Beispiel beim Notaufstieg), wird gleichzeitig die Löslichkeit von Stickstoff im Gewebe extrem reduziert. Somit entstehen Gasblasen im Blut und im Körper, welche die Gewebestrukturen enorm schädigen können. Selbst bei einem richtig durchgeführten Aufstieg kommt es zu sogenannten „Mikroblasen“. Diese führen jedoch nicht zur Zerstörung von Gewebe.

Nun stellt sich die Frage, weshalb genau die bereits erwähnte Dehydrierung das Risiko eines Dekompressionsunfalls so stark erhöht. Der Grund dafür ist, dass die Dehydrierung zur Verdickung des Blutes führt. Somit kommt es zur Verlangsamung des Blutflusses, wodurch die bereits vorhandenen Gasblasen nicht schnell genug abtransportiert werden können. Zeitgleich entstehen immer mehr Gasblasen im Körper.

Im schlimmsten Fall bildet sich eine Gasembolie in den Blutgefäßen, die zur Unterbrechung der Blutversorgung führen kann. Sollte ein Taucher sich in solch einer gefährlichen Situation befinden, wird empfohlen, dem Betroffenen reinen Sauerstoff zuzuführen und sofort einen Notarzt zu alarmieren.


Wie Sie Tauchunfälle vermeiden können

Wie bereits erwähnt, sollte vor und auch nach dem Tauchgang ausreichend Wasser getrunken werden. Ebenso sollte vor dem Tauchgang selbstverständlich kein Alkohol konsumiert werden, da dies zur Einschränkung des Urteilsvermögens führen kann.

Um einen Dekompressionsunfall zu vermeiden, sollte das Auftauchen kontrolliert und mit einer stetigen Geschwindigkeit erfolgen. 

 

Sich mental auf den Tauchgang vorbereiten

Wir empfehlen Ihnen, sich mental auf das Tauchen vorzubereiten, dass bedeutet nicht unter Zeitdruck und/oder Stress zu tauchen. Hiermit ist selbstverständlich auch gemeint, dass Sie keinesfalls mit einem unwohlen Gefühl und/oder voller Angst tauchen sollten. Dies führt zur Anspannung im gesamten Körper und kann zu Flüchtigkeitsfehlern führen.
 

Immer mit einem Buddy tauchen

Selbst wenn Sie professioneller Taucher sind, ist es ratsam immer mit einem Buddy zu tauchen, also mit einer zweiten Person. Dieser kann bei möglichen Notfällen sofortige Hilfe leisten.


Tauch-Notfallausrüstung

Taucher sollten immer eine passende Notfallausrüstung dabei haben. In den meisten Fällen besteht diese aus einer Ersatz-Sauerstoffflasche, einem Erste-Hilfe Kasten, einem Druckminderer und einem Handy.


Sich genauestens über den Tauchort informieren

Sie sollten sich immer ein Bild von Ihrem zukünftigen Tauchort verschaffen. Zunächst einmal sollte klar sein, ob die ausgewählte Stelle wirklich zum Tauchen geeignet ist. Über die Bedingungen sowie die Wassertemperaturen sollten Sie ebenfalls Bescheid wissen.

Besonders die Sicht unter Wasser spielt für Taucher eine sehr große Rolle, denn unbekannte Orte können selbst bei erfahrenen Tauchern ein unwohles Gefühl auslösen. Dies kann schnell zu Panik und einem unkontrollierten Notaufstieg führen. Für Brillenträger empfiehlt sich in diesem Fall eine Tauchmaske mit Sehstärke. Selbst niedrige Dioptrienwerte können die Sicht stark einschränken, da diese sich unter Wasser deutlich stärker bemerkbar machen, als an der Luft.


Pflanzliche und tierische Lebewesen unter Wasser beachten

Jeder Taucher sollte wissen, dass eine gewisse Distanz zu jeglichen Meeresbewohnern eingehalten werden soll. Je nachdem, in welchem Gebiet Sie sich befinden, ist es ratsam sich über die dort lebenden Meeresbewohner zu informieren. Zu den häufigsten Verursachern von Verletzungen im Meer zählen Seeigel, Feuerwürmer und Stechrochen.

Die eigenen Fähigkeiten immer im Hinterkopf haben

Selbstreflexion und die richtige Einschätzung der eigenen Tauchfähigkeiten und körperlichen Kräfte sind enorm wichtig. Persönliche Tiefenrekorde sollten im besten Fall ganz ausgelassen werden, denn das Leben ist um einiges wichtiger, als irgendein Tiefenwert.

Im besten Fall sollte auf viele wiederholte Tauchgänge verzichtet werden, da dies zu Erschöpfung führen kann. Außerdem lässt sich die Unterwasserwelt ausgeruht und erholt viel besser bewundern, als in einem erschpften Zustand.


Druckkammerseminare

Viele erfahrene Taucher nehmen an sogenannten Druckkammerseminaren teil. In der Druckkammer werden tiefe Tauchgänge simuliert und Taucher können trockenen Fußes erleben, wie der eigenen Körper auf den unterschiedlichen Umgebungsdruck reagiert. Außerdem wird viel neues Wissen rund um das Thema Tauchen vermittelt, insbesondere Inhalte, welche die Sicherheit beim Tauchen betreffen.

Um an solch einem Seminar teilzunehmen werden eine gültige Tauchtauglichkeitsbescheinigung, die Erfahrung mit tieferen Tauchgängen sowie verschiedene Tauchlizenzen vorausgesetzt.