Bereits viele Jahre vor Christus versuchten die Menschen durch das Anhalten der Luft die Unterwasserwelt zu erkunden. Das Tauchen ohne jegliche Hilfsmittel wird Apnoetauchen genannt. Der Begriff Apnoe kommt aus dem griechischen und bedeutet Atemstillstand. Bis heute dient das Gewässer für Anwohner von vereinzelten Küsten als Nahrungsgrundlage, weshalb das Tauchen für sie lebensnotwendig ist.

 

Die Entwicklung des Tauchens

Die ersten aufgezeichneten Tauchgänge fanden in Indien, Ostasien und im Arabischen Meer statt. Einheimische borgten Schwämme, Perlen und Korallenriffe aus dem Meer.

Zu dem Zeitpunkt gab es sogar schon Kampftaucher, welche sich feindlichen Schiffen näherten und versuchten, diese anzubohren.

 

Das Prinzip des Auftriebs

Schon 300 vor Christus formulierte Archimedes das Prinzip des Auftriebs. Dieses lässt sich auch beim Tauchen beobachten. Für eine Tarierung müssen sich die Auftriebskraft und das Gewicht des Körpers ausgleichen.

Für die Anpassung des Gewichts gibt es heutzutage verschiedene Möglichkeiten, wie zum Beispiel das Verwenden von zusätzlichen Bleigewichten, das Anpassen der Luftmenge in der Tarierweste sowie die Tarierung über die Lunge.

 

Taucherglocken mit und ohne Luftversorgung

Aristoteles gelang es 250 vor Christus die älteste Bauweise der Taucherglocke zu beschreiben. Hierbei handelte es sich um offene Taucherglocken ohne Luftversorgung.

Geschichte des Tauchens - alte Taucherglocke

Eine Tauchglocke ist ein verhältnismäßig schwerer Behälter, welcher mit Luft gefüllt ist und aufgrund seines Gewichts nicht auf dem Wasser schwimmt, sondern absinkt.

Doch erst im Jahre 1538 wurde das Prinzip der offenen Tauchglocke ohne Luftversorgung aufgegriffen und ind der Praxis verwirklicht.

1691 führte Edmund Halley die erste Tauchglocke mit Luftversorgung vor. Dank dieser Erfindung war es möglich, über eine Stunde zu tauchen. Ergänzend zur Glocke wurden gefüllte Fässer mit Luft heruntergelassen. Sobald die Fässer unter der Glocke platziert waren, wurde die frische Luft hineingeleitet.

Dank der rasenden Entwicklung des Maschinenbaus in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, wurde es möglich, Taucherglocken zusätzlich durch Kompressoren mit Luft zu versorgen.

Im Laufe der Jahre wurden die Taucherglocken verkleinert, sodass sie nur noch den Kopf bedeckten und es entstanden die ersten Helmtauchgeräte.

Der einzige Nachteil dabei war, dass Taucher sich immer nur aufrecht fortbewegen konnten, da bei seitlicher Lage die Luft komplett aus dem Helm entwich und er sich somit mit Wasser füllte.

Bereits 1942 entwickelten Jaques-Yves Cousteau und Emile Gagnan einen Atemregler für Taucher, den sie ein Jahr später patentieren ließen. Dieser wurde im englischsprachigen Raum ab 1946 unter dem Namen Aqua Lung vertrieben, woraus sich schließlich der heutige Firmenname entwickelte.

 

Die Entwicklung der Tauchausrüstung

Um 1500 entwarf Leonardo da Vinci den ersten richtigen Tauchanzug aus Schweinsleder.

1650 gelang es Otto von Guericke, einen bis heute wichtigen Bestandteil der Tauchausrüstung zu erfinden. Er entwickelte das Barometer, welches zur Messung des Luftdrucks dient. Mittlerweile befinden sich in jeder modernen Tauchausrüstung zwei Druckmessgeräte.

1930 wurde der Kunststoff Neopren entwickelt. Durch die hervorragenden chemischen und physikalischen Eigenschaften von Neoprenanzügen, eignen sie sich besonders gut zum Tauchen, da sie wasserundurchlässig und sehr widerstandsfähig gegenüber Bakterien, Keimen und Pilzen sind.

Das Material besteht zum Teil aus kleinen Gasbläschen, welche der Isolierung des Anzugs dienen. Je dicker das Material ist, desto wärmer hält der Neoprenanzug. Trotz der hohen Dehnung, die Neoprenanzüge aufweisen, ist der Nachteil, dass mit zunehmender Materialstärke, die Dehnbarkeit des Anzugs nachlässt.

1963 wurde das Dekometer eingeführt. Hierbei handelt es sich um einen Rechner, welcher aus der Tauchzeit und der Tiefe die entsprechende Dekompressionszeit ermittelt. Die ersten zuverlässigen Tauchcomputer wurden zu Beginn der 1980er vorgestellt.

Zur Tauchausrüstung gehört selbstverständlich auch die passende Tauchmaske. Bei uns finden Sie im Falle einer Sehschwäche Tauchmasken mit Sehstärke, damit Sie in jedem Fall uneingeschränkt tauchen können.

 

Der Dekompressionskrankheit auf der Spur

1670 stellte Robert Boyle fest, dass sich Gase unter Druck in Flüssigkeiten lösen und dass eine plötzliche Druckentlastung die Entstehung von Gasblasen bewirkt. Mit dieser Erkenntnis gelang es ihm, die Taucherkrankheit bzw. Dekompressionskrankheit zu erklären.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lieferte John Scott Haldane neue Erkenntnisse im Bereich der Atmung und forschte an den Ursachen der Dekompressionskrankheit. Hierfür nutzte er Ziegen als Versuchstiere und fand durch Druckkammerversuche heraus, dass magere Ziegen weniger anfällig gegenüber des Stickstoffs und des Drucks waren als dickere.

Somit stellte er fest, dass unterschiedliche Gewebeklassen Stickstoff unterschiedlich intensiv aufnehmen. Aufgrund dieser Tatsache, erstellte Haldane eine bedeutungsvolle Dekompressionstabelle, welche bis zu einer Tiefe von 58 Metern galt.

In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts änderte sich das Tauchen drastisch, da in Großbritannien die ersten leistungsfähigen und mobilen Kompressoren gebaut wurden. Dank der konstanten Druckluft konnten Taucherglocken durchgehend mit Frischluft versorgt werden.

 

Die ersten Tauchorganisationen

Um Tauchinteressierte über das Tauchen aufzuklären und Tauchunfälle zu vermeiden, wurden 1949 die ersten Tauchorganisationen gegründet.

Knapp 40 Jahre später stieg die Interesse am Tauchen aufgrund sinkender Preise und modernster Technik extrem an. Statistiken zufolge wurden seit 2013 weltweit über 1,7 Millionen Gerätetaucher ausgebildet.

 

Der tiefste Tauchgang der Menschheit

1960 stellten Jacques Piccard und Don Walsh einen bedeutenden Weltrekord in der Tauchgeschichte auf. Mit dem U-Boot “Trieste” erreichten sie mit 10.916 Meter Tauchtiefe den Boden des Marianengrabens. Die bisher tiefste gemessene Stelle im Meer beträgt 11.034 Meter, ebenfalls im Marianengraben. Sie wird die Witjastiefe genannt.

Apropos Rekorde, im Artikel Tauchrekorde stellen wir Ihnen die interessanten Tauchrekorde der letzten Jahren vor.