Umweltschutz beim Tauchen

Tauchen ist für viele mehr als nur ein Hobby und seit einigen Jahren ist die Zahl der Taucher exponentiell gestiegen. Beliebte Tauchspots ziehen die Massen magisch an und das leider häufig auf Kosten der Umwelt.

Denn mit dem Tauchtourismus kommt oft der Müll und dieser bedroht nicht nur die Unterwassertiere, sondern das gesamte Ökosystem. Leider werden die Meere und Strände von vielen immer noch mit einem Souvenirladen verwechselt. Gerne werden Muscheln, Schnecken oder sonstige Erinnerungsstücke mitgenommen. Jedoch prüft das Zollamt mittlerweile genau, welche Gegenstände mit eingeführt werden. Die Richtlinien für Mitbringsel aus dem Urlaub, besonders aus dem Meer, haben sich verschärft.

Vor allem das Thema Umweltverschmutzung, das durch den Tauchtourismus zusätzlich gefördert wird, stellt sich als äußerst problematisch dar. Sie müssen jedoch kein Greenpeace Mitglied sein, um Zeichen zu setzen. Mit kleinem Aufwand lässt sich vieles bewegen. Darüber hinaus geben kompetente Tauchschulen ihren Schülern konkrete Anweisungen mit, wie sie sich unter Wasser zu verhalten haben. Im Folgenden haben wir Ihnen ein paar Tipps zusammengestellt, die Ihnen dabei helfen sollen, sich mit dem Schutz unserer Meere bewusster auseinander zu setzen.

 

Wie können Taucher zum Umweltschutz beitragen?

Mit Bedacht fotografieren 

Analysieren Sie Ihre Umgebungen und verschaffen Sie sich einen Überblick. Zu viel Ausrüstung beim Fotografieren unter Wasser kann empfindliche Organismen schnell schädigen. Daher ist es dringend zu raten, stets aufmerksam die Umgebung zu erkunden und kein komplettes Fotostudio mit auf den Tauchgang zu nehmen.

 

Urlaubsziel und Veranstalter umweltbewusst wählen

Das Urlaubsziel sollte gut ausgesucht werden. Entscheiden Sie sich im Optimalfall für einen umweltfreundlichen Anbieter oder sogar einen Anbieter, der nachhaltige Geschäftspraktiken anwendet. Viele Anbieter von Haitauchgängen zum Beispiel stellen Kapazitäten für Forscher auf ihren Schiffen bereit.

 

Nur schauen, nichts anfassen

Befestigen Sie Ihre Gerätschaften eng am Körper, damit freiliegende Teile nicht versehentlich die Tiere streifen und womöglich noch provozieren. Üben Sie die Tarierung, durch die richtige Ausführung kann es vermieden werden, versehentlich Meeresorganismen zu berühren oder zu verletzen. Darüber hinaus ist es ratsam, eine gesunde Distanz zu den Meeresorganismen zu halten. 

  

Umweltthemen im Auge behalten

Halten Sie sich immer auf dem aktuellen Stand der Umweltthematiken, um über Neuigkeiten, Unterstützungsmöglichkeiten und Umtweltschutzaktivitäten auf der ganzen Welt informiert zu sein. Mittlerweile bieten Tauchorganisationen wie der Verband deutscher Sporttaucher Spezialkurse an, die Taucher für den nachhaltigen Schutz des Lebensraums, in den sie eindringen, schulen.

 

Verschmutzung der Meere vermeiden

Touristen sind eine Ursache für das Müllproblem, oft wird der Müll nicht korrekt entsorgt. Müllbeseitigungssysteme gibt es nicht überall –  Plastiktüten und Co. landen oft einfach im Meer. Eine Folge davon ist, dass die Tiere sich in den Plastiktüten verfangen und diese nicht mehr eigenständig entfernt bekommen. Dies kann zu Fehlbildungen, Verstopfung und sogar zum Tod durch Erstickung führen. Übernehmen Sie Verantwortung und gehen Sie als gutes Beispiel voran, den Natur- und Artenreichtum zu schützen.

Viel Schlimmer hingegen sind größere Konzerne. Mineralölunternehmen haben in der Vergangenheit, sei es durch Lecks im Tank oder durch Unfälle, Öl aus den Schiffen verloren. Das verlorene Öl geriet ins Meer und sorgte für große Probleme. Unterwasserlebewesen sind in kürzester Zeit gestorben und die Meeresfauna hat langfristige Schäden davongetragen. Außerdem kämpfen einige Riffe mit der Salzlauge, die aus den Meerwasser-Entsalzungsanlagen fließt. Diese Anlagen sind jedoch wichtig, da die Hotelgäste täglich frische Handtücher, bunte Blumenbeete oder grüne Golfanlagen erwarten. Darüber hinaus fließen auch die Abwässer der Hotelanlagen oft ungeklärt ins Meer. An dieser Stelle muss sich der Staat dafür stark machen, dass ausreichend Gesetze eingeführt werden, um diese Probleme einzudämmen und zukünftig abzubauen.

 

Die Artenvielfalt der Unterwasserwelt erhalten

Damit sich langfristig etwas ändert, ist es notwendig, weitere Gesetze zum Umweltschutz einzuführen oder bereits vorhandene zu verschärfen, um die gefährdeten Gebiete zu schützen. Touristen hingegen sollten sich weniger ignorant verhalten und sich über die langfristigen Konsequenzen im Klaren sein.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass Riffe stabile Systeme sind, die sich sogar von schweren Stürmen erholen können. Die Belastung, die vom Menschen ausgeht, stellt hingegen das eigentliche Problem dar. Durch Tourismus sind bereits zehn Prozent aller Riffe irreparabel geschädigt.

Der Ursprung des Problems liegt im Treibhauseffekt und der damit verbundenen Erhöhung der Wassertemperatur und Versauerung der Meere. 30 Prozent sind in einem kritischen Zustand und werden voraussichtlich in den nächsten Jahren sterben. Bis zum Jahr 2050 sind weitere 30 Prozent der Riffe vom Absterben bedroht.

Wenn nicht gehandelt wird, müssen künftige Generationen die von uns verursachten Folgen ausbaden. Jedoch setzen sich Schutzverbände dafür ein, weitere Maßnahmen zu ergreifen, damit sich die aktuelle Situation bessert. Die Meeresschutzgebiete, besonders Riffe und Korallenbänke, dienen als Erholungs- und Rückzugsort für verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Innerhalb der Schutzgebiete sind menschliche Aktivitäten eingeschränkt.

Die Maßnahmen können sehr unterschiedlich ausfallen – von der Einengung ausgewählter Fischfangmethoden bis hin zum Entnahmeverbot jeglichen maritimen Lebens. In einigen Schutzgebieten wird der Eintritt komplett verweigert: Hier sind jeglicher Schiffsverkehr sowie das Tauchen, Baden und Angeln verboten.

Gerade wo viel Tourismus herrscht, muss die Natur geschont werden. Die Belastung, die von den Touristen ausgeht, ist enorm hoch und hat langfristige Folgen. Darüber hinaus ist es kein großer Aufwand sich um den eigenen Müll zu kümmern. Die Devise sollte daher immer lauten: “Nichts anfassen, nichts kaputt machen und nichts mitnehmen”.