Im Tauchsport gibt es genau wie bei anderen Sportarten die Möglichkeit, verschiedene Rekorde aufzustellen und zu brechen. Um was für Rekorde es sich genau handelt und weshalb das Thema “Rekorde im Bereich des Tauchens” so umstritten ist, werden wir im Verlauf des Textes genauer beschreiben.

 

Fakten, Zahlen, Weltrekorde - alles zum Thema Tauchrekorde

 

Die Grenze für Sporttaucher liegt bei 40 Metern Tiefe. Nur bis zu dieser Tiefe gilt das Tauchen mit normaler Pressluft ohne weitere Sicherheitsvorkehrungen als unbedenklich. Studien zufolge können Menschen mithilfe von Druckanzügen bis zu 450 Metern tief tauchen. Der höchste Tiefenwert der bisher jemals von Menschen erreicht wurde, liegt bei 10,916 Metern. Jacques Piccard und Don Walsh erreichten dies am 23. Januar 1960 mit einem Tauchboot namens “Trieste”.

Weltrekord im Streckentauchen

Wie bereits beschrieben gibt es verschiedene Tauchdisziplinen und daher auch unterschiedliche Rekorde. Im Apnoe Streckentauchen ohne Flossen stellte André Grabs in Deutschland den neuen inoffiziellen Weltrekord auf. Inoffiziell deshalb, weil dieser nicht beim Guinness Buch der Rekorde angekündigt wurde. Der neue Rekord aus dem Tunisee liegt bei unglaublichen 130 Metern.

Weltrekord im Tiefentauchen

Am 2. Mai 2016 stellte William Trubridge den neuen Weltrekord im Apnoe-Tiefentauchen auf. Innerhalb von 4 Minuten und 24 Sekunden erreichte er eine Tiefe von 122 Metern. Dies schaffte er ohne jegliche Hilfsmittel wie zusätzliche Gewichte. Er nutzte lediglich eine Leine, an der er sich selbst in die Tiefe zog.

Der tiefste Tauchgang der Welt

Im Tiefentauchen gelang dem Ägypter Ahmed Gabr im offenenen Tauchsystem das 332,35 Meter tiefe Tauchen. Sein Team bestand aus 14 Tauchern. Hierbei handelte es sich um Sicherheitstaucher, die in unterschiedlichen Tiefen auf Gabr warteten und ihm beim Auftauchen während der langen Dekompressionszeit unterstützen. Es wurden insgesamt 92 Tanks benötigt

In gerade einmal 12 Minuten tauchte Ahmed Gabar 332,35 Meter tief. Dafür dauerte aber die Auftauchphase 13 Stunden und 38 Minuten an. Bei solch einer extremen Tiefe muss der Taucher sehr langsam und kontrolliert auftauchen, um die sogenannte Taucherkrankheit zu verhindern.

Im Falle eines Dekompressionsunfalls entsteht durch den zunehmenden Druck in der Tiefe Stickstoff im Körper. Sollte der Taucher zu schnell wieder nach oben tauchen, löst sich der Stickstoff. Dieser kann wiederum ins Blutsystem gelangen und im schlimmsten Fall zur Arterienverstopfung führen.

Ein weiteres Risiko, welches das Tiefentauchen mit sich bringt ist der sogenannte Tiefenrausch. Der zu hohe Stickstoffpartialdruck löst aufgrund der starken Lipidlöslichkeit von Stickstoff Störungen des Zentralnervensystems aus. Es kann zu kognitiven Einschränkungen und einer nicht erklärbaren Euphorie führen, die schlimmstenfalls mit dem Tod des Tauchers endet.

Tödliche Rekordversuche

 

Wie ein vermeintlicher Tauchrekord zum Tod führen kann

Unüberlegte Rekordversuche enden oft tödlich. Wir empfehlen keinesfalls, unvorbereitet persönliche Rekorde im Bereich des Tauchens aufzustellen. Denn für das Aufstellen solch eines Rekordes bedarf es nicht nur körperlicher Fähigkeiten. Rekordtaucher bereiten sich oft mehrere Jahre physisch als auch psychisch auf einen Versuch vor.

Ohne Buddy beziehungsweise ohne ein Sicherheitsteam sollte in keinem Fall getaucht werden. Wie bereits erwähnt, darf der Körper ab einer gewissen Tiefe nicht durch reinen Sauerstoff versorgt werden. Daher sind das richtige Gasgemisch sowie die richtige Ausrüstung unabdingbar. Wir empfehlen Ihnen, niemals Ihre körperlichen Fähigkeiten zu überschätzen, schon gar nicht unter Wasser.

Der Fall Dr. Deep:

Tauchrekorde können zu Tauchunfällen führen oder sogar mit dem Tod enden. Am 15. August 2015 verstarb Guy Garman auch genannt Dr. Deep, beim Versuch einen Rekord von 365 Metern beim Tiefentauchen aufzustellen. Dieser Fall wurde besonders oft in den Medien diskutiert, da Garman in gerade einmal 4 Jahren eine steile Tauchkarriere hinlegte. Was wiederum sehr erstaunlich war, denn für gewöhnlich benötigen Taucher um einiges länger als 4 Jahre um einen Weltrekord anzustreben.

Medien zufolge soll Garman viele überholte Methoden einfach kopiert haben, ohne sich wirklich richtig mit dem Thema Tauchen beschäftigt zu haben. Garman wies weniger als 600 geloggte Tauchgänge auf, von denen gerade einmal 35 tiefer als 150 Meter waren.

Vor seinem Rekordversuch lag sein tiefster Tauchgang bei 234 Metern Tiefe. Im Vergleich zu den angestrebten 365 Metern ist dieser Tiefenunterschied sehr groß und auch eindeutig überschätzt worden. Garmans Fall sollte viele Taucher die Augen öffnen. Denn das Tauchen ist nicht dafür gedacht, mit erreichten Rekorden zu prahlen. Die Sicherheit beim Tauchen sollte immer an erster Stelle stehen.

Techniken um die Taucherkrankheit zu vermeiden

Um Tauchunfälle zu vermeiden, werden verschiedene Techniken angewendet. Da Sauerstoff ab einer Tiefe von geschätzt 66 Metern eine toxische Wirkung auf das menschliche Nervensystem aufweist, werden anstelle des Sauerstoffs spezielle Gasgemische wie Heliox, Nitrox und Trimix eingesetzt. Während der Dekompressionsphase erfolgt das Atmen von reinem Sauerstoff, da dies den Dekompressionsvorgang beschleunigt.