Das Solotauchen spaltet schon seit vielen Jahren die Meinungen aller Taucher. Die meisten Taucher würden sich keinesfalls in solch eine Gefahrensituation begeben, für andere ist das Solotauchen etwas völlig normales. Gewiss ist das Tauchen ohne Buddy in vielen Hinsichten sehr gefährlich. Doch es bringt auch einige individuelle Vorteile mit sich, auf die wir im Verlauf des Textes näher eingehen werden. 

Warum ist der Tauchgang alleine so gefährlich?

 

Das Solotauchen ist selbst für viele erfahrene Taucher unvorstellbar. Dies liegt daran, dass Sie ohne Buddy, also ohne jemanden der bei Problemen Hilfestellung leisten kann, ganz allein auf sich gestellt sind. Denn ein Buddy ist in jedem Fall ein Sicherheitsfaktor beim Tauchen.

Dieser kann beispielsweise im Falle eines Ausfalls der eigenen Luftversorgung Atemluft zur Verfügung stellen (z.B durch Wechselatmung). Bei Verletzungen, Krämpfen oder gar Bewusstlosigkeit ist der Buddy in der Lage, den Betroffenen sicher ans Land zu bringen und einen Notarzt zu alarmieren. Besonders in den Tiefen des Meeres kann es dazu kommen, dass Taucher unter anderem an Fischernetzen oder Pflanzen hängenbleiben. In dem Fall kann der Buddy seinen Tauchpartner mit einem Tauchermesser freischneiden oder dazu anleiten, wie er sich selbst befreien kann. Das Tauchern erfolgt normalerweise immer mindestens zu zweit. Dabei ist es wichtig, dass Sie sich jederzeit auf Ihren Partner verlassen können.

Ist das Solotauchen erlaubt?

 

Grundsätzlich ist das Solotauchen erlaubt. Dennoch gibt es in einigen Ländern und Tauchsportverbänden klare Regelungen, welche das Tauchen ohne Buddy strengstens untersagen. Um im besten Fall ohne Einschränkungen in jedem Land alleine tauchen zu können und um sich auch selbst zu schützen, sollten Sie an Aufbaukursen, welche Sie genauestens über das Solotauchen aufklären und ausbilden, teilnehmen.

Solotauch-Ausbildungen

 

Das TDI/SDI ist eine der bekanntesten Tauchausbildungsorganisationen, welche weltweit Tauchkurse anbieten. Sogenannte Aufbaukurse für Solo-Taucher sind dort ebenfalls zu absolvieren. Dort lernen Sie beispielsweise, welche zusätzliche Ausrüstung Sie benötigen, wie Sie mit Gefahrensituationen umzugehen haben und vieles mehr. In der Tauchsportorganisation SDI ist das Solotauchen im Ausbildungsprogramm sogar inbegriffen. Ziel der Ausbildung ist es, dem Taucher die nötigen Kenntnisse beizubringen, damit dieser alleine mit möglichst geringem Risiko tauchen kann.

Um eine Solotauch-Ausbildung zu absolvieren, gelten einige Voraussetzungen. Sie sollten mindestens 21 Jahre alt sein und 100 geloggte Tauchgänge nachweisen können. Zudem benötigen Sie eine Tauchtauglichkeitsbescheinigung von Ihrem Hausarzt und einen ausgefüllten Haftungsausschluss. Eine bereits abgeschlossene Tauchversicherung sollte ebenfalls vorhanden sein. Ohne eine absolvierte Solotauch-Ausbildung wird in jedem Fall davon abgeraten komplett alleine zu tauchen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass ein entsprechendes Training und eine angepasste Ausrüstung in keinem Fall einen Buddy ersetzen. Vielmehr soll die Ausbildung das Buddy-System sinnvoll ergänzen und einen dazu ausbilden, sich in jeder Situation selbst retten zu können, um bestenfalls ein enormes Maß an Sicherheit für den Partner zu schaffen.

Tipps fürs Solotauchen

 

Für wen wird das Solotauchen empfohlen?

Sollten Sie sich der Aufgabe und der Risiken bewusst sein, ist das Solotauchen für professionelle Taucher mit jahrelanger Taucherfahrung und für Berufstaucher eventuell geeignet. Grundsätzlich wird immer davon abgeraten ohne jegliche Vorkenntnisse alleine zu tauchen. Daher ist es sehr ratsam an vielen verschiedenen Schulungen teilzunehmen und sich über die möglichen Konsequenzen bewusst zu werden. Körperlich als auch psychisch sollten Sie dieser Aufgabe gewachsen sein. Dennoch empfehlen wir, das Solotauchen im besten Fall zu vermeiden.

 

Hilfreiche Tipps für Solotaucher

Grundsätzlich sollte jeder Solotauchgang genauestens geplant werden. Auf spontane “Kurzausflüge” während des eigentlichen Tauchgangs sollte verzichtet werden, da sonst im schlimmsten Fall das Volumen der Gasflasche nicht ausreicht. Machen Sie sich frei von dem Gedanken, im Notfall beispielsweise auf den Luftvorrat eines Buddys zurückzugreifen, denn schließlich befinden Sie sich alleine unter Wasser. Das bedeutet, dass Sie im besten Fall immer eine Ersatzgasflasche dabei haben sollten. Der benötigte Luftvorrat sollte je nach Dauer und Tiefe des Tauchganges exakt ermittelt werden. 

 

Weshalb überhaupt Solotauchen?

Solotaucher entscheiden sich oft für den Tauchgang alleine, da sie ungestört sein wollen. Sie möchten die Unterwasserwelt mit all ihren Facetten unabhängig und komplett alleine erforschen. Berufstaucher, wie zum Beispiel Unterwasserfotografen wollen sich ganz ihrer Arbeit widmen und sich nicht um einen weiteren Tauchpartner kümmern müssen.