Einsatzbereiche von Berufstauchern

 

Es gibt viele verschiedene Einsatzgebiete für Berufstaucher. Vom Tauchlehrer über Einsätze bei der Polizei, Feuerwehr oder der Bundeswehr bis hin zu handwerklichen Tätigkeiten auf Bohrinseln und Werften. 

Unter Wasser führen Berufstaucher Militär- und Rettungseinsätze, Reparaturen oder Montagen aus. Sie arbeiten an schwerem Gerät wie Bodenverankerungen oder großen Schiffsrümpfen, platzieren und warten Minen, nehmen an archäologischen Expeditionen teil oder führen Film- und Fotoaufnahmen unter Wasser durch. 

Die Einsatzmöglichkeiten von Berufstauchern sind sehr vielfältig und erfordern je nach Einsatzfeld unterschiedliche Qualifikationen.

Wie werde ich Berufstaucher?

 

In fast jedem Fall handelt es sich bei der Ausbildung zum Berufstaucher um ein Aufbaumodul. Die benötigte Qualifikation kann also erst nach einer vorhergehenden Ausbildung begonnen werden.

Manch einer hat ein absolviertes Studium als Wissenschaftler oder Ingenieur hinter sich gebracht. Ein anderer wiederum eine Ausbildung zum Mechaniker oder den klassischen Werdegang bei einer Behörde oder der Bundeswehr.

Dauer der Ausbildung

 

Je nach Einsatzgebiet sind die Intensität und die Dauer des Trainings unterschiedlich. Können zum Beispiel Forschungstaucher schon nach wenigen Monaten in die Weiten des Meeres, so muss ein Kampftaucher gleich mehrere Jahre und viele Tauchgänge im Becken absolvieren, bevor er in den Einsatz geht. Schweißer, die teilweise in 200 Metern Tiefe in der Nordsee ihre Arbeiten verrichten, benötigen berufsbegleitend mindestens zwei Jahre für Ihre Tauchausbildung.

Genau wie beim Sporttauchen wird größter Wert auf die Sicherheit beim Tauchen gelegt. Die Anforderungen an diese sind je nach Tätigkeit aber bedeutend größer als bei einem Tauchgang im Urlaub.

Im Jahre 2016 wurde hierzu eine neue Verordnung in Kraft gesetzt, die die heutigen Standards in Punkto Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit berücksichtigt.

Welche Anforderungen gibt es an Berufstaucher?

 

Auch hier spielt natürlich der Einsatzbereich eine große Rolle. Handwerkliche Tätigkeiten bedürfen einer entsprechenden handwerklichen Ausbildung, die wissenschaftlichen Tätigkeiten meist eines absolvierten Studiums.

Im Grunde lässt sich aber sagen, dass Berufstaucher über eine ausgezeichnete physische und psychische Verfassung verfügen müssen.

Die Belastungen des Berufes können sehr hoch sein und eine über Wasser klein erscheinende Einschränkung kann unter Wasser schnell zur Lebensgefahr werden. Deshalb werden Aspiranten auch auf Herz und Nieren getestet, bevor sie schlussendlich eine Zusage bekommen.

Zudem sollten angehende Berufstaucher sich bewusst machen, dass der Beruf den Körper über die Jahre sehr stark beansprucht. Nerven- und Knochenkrankheiten sind keine Seltenheit und sollten wie auch mögliche Arbeitsunfälle bedacht und abgesichert werden.

Des Weiteren wird vorausgesetzt, dass der Bewerber mehrere Jahre als Sporttaucher (Sporttaucher-Brevet) Erfahrung gesammelt hat. Weitere Infos zur "normalen" Tauchausbildung finden Sie in unserem Beitrag über die verschiedenen Tauchabzeichen.

Zu guter Letzt benötigt man einen Führerausweis für Schiffe unter Maschinenantrieb sowie einen Auto-Führerschein.

Ablauf der Ausbildung zum Berufstaucher

 

Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland darf jeder Tauchbetrieb ausbilden. Als Anforderung muss jedoch ein Meister mit der Befähigung zur Ausbildung angestellt sein. 

Nachdem der Aspirant einen geeigneten Betrieb für seine Ausbildung gefunden und eine erfolgreiche Bewerbung verfasst hat, wird zunächst ein Fortbildungsvertrag zwischen den beiden Parteien abgeschlossen. Von diesem Tag an dauert die Ausbildung in der Regel zwei Jahre.

Während dieser Zeit müssen diverse Module absolviert werden. Zunächst muss der Taucher einen Nachweis über 200 Tauchstunden erbringen. Dabei ist zu beachten, dass hier mindestens 20 Stunden unter Gerätschaften stattfinden müssen, die im normalen Geschäftsbetrieb sonst nicht verwendet werden.

Dazu finden sogenannte Fortbildungslehrgänge in verschiedenen Disziplinen statt. Der Gesamtaufwand von 320 Unterrichtsstunden ist aufgeteilt in

1. Grundlagen (80 Stunden)

2. Schweißen (80 Stunden)

3. Tauchmedizin (60 Stunden)

4. Anwendungskenntnisse (100 Stunden)

Diese Fortbildungen finden bei externen zentralen Einrichtungen der IHK statt und werden vom Teilnehmer selbst bezahlt.

Karriere als Berufstaucher

 

Wem der Alltag schnell Langeweile bereitet und wer neue Herausforderungen sucht, ist sicherlich auch an den Karrieremöglichkeiten für Berufstaucher interessiert. 

Bei Institutionen wie der Polizei, der Feuerwehr oder Bundeswehr geht der berufliche Aufstieg meist mit der Anzahl der Dienstjahre einher. Somit unterscheidet er sich natürlich von der freien Wirtschaft. Berufstaucher können beispielsweise zum Einsatzleiter im Unternehmen aufsteigen, eine eigene Tauchschule eröffnen oder professionelle Taucher an Unternehmen vermitteln.

Die Schwierigkeiten der Selbstständigkeit sind bekannt und wer eher den abgesicherten Weg bevorzugt, für den ist der öffentliche Dienst sicher eine Option.