Einsatzbereiche von Berufstauchern

 

Es gibt viele verschiedene Einsatzgebiete für Berufstaucher. Vom Tauchlehrer über Einsätze bei der Polizei, Feuerwehr oder der Bundeswehr bis hin zu handwerklichen Tätigkeiten auf Bohrinseln und Werften. 

Unter Wasser führen Berufstaucher Militär- und Rettungseinsätze, Reparaturen oder Montagen aus. Sie arbeiten an schwerem Gerät wie Bodenverankerungen oder großen Schiffsrümpfen, platzieren und warten Minen, nehmen an archäologischen Expeditionen teil oder führen Film- und Fotoaufnahmen unter Wasser durch. 

Die Einsatzmöglichkeiten von Berufstauchern sind sehr vielfältig und erfordern je nach Einsatzfeld unterschiedliche Qualifikationen.

Hier erfährst Du mehr über die einzelnen Berufsbereiche von Tauchern:

Forschungstaucher:

Der Forschungstaucher gehört klassisch zu den Tauchern mit akademischen Hintergrunds. Typischerweise hat er vorab ein Studium in Meeresbiologie in einem der großen Standorte Rostock, Hamburg oder Bremen abgeschlossen, oder spezialisiert sich als Archäologe für Einsätze und Ausgrabungen unter Wasser. Einsatzgebiete hier sind Beispielsweise versunkene Städte (auch wenn Atlantis noch nicht gefunden wurde :) ), oder alte Schiffswracks als Zeitzeugen ihrer Epoche. Wichtiger Bestandteil dieser Fachausbildung sind das erlangen von Fachbereichen wie Unterwasservermessung, Entnahme von Proben via Schweißarbeiten, Hammer und Meißel für Gesteinsproben, Kartierung und Unterwasserfotografie. 

Unterwasserarbeiter:

Der klassische Handwerker unter der Wasseroberfläche ist der ist der Unterwasserarbeiter. Wie auch an Land ist er für alles verantwortlich, was mit Bauen oder reparieren zu tun hat. Dies kann in der Konstruktion oder Wartung von Schiffrümpfen, Hafenanlagen oder auch riesigen Offshore Bohrtürmen oder Windkraftwerken sein. Es gehört jedenfalls zu den körperlich sehr stark in Anspruch nehmenden Einsatzbereichen. Man hat oft mit starker See oder Strömungen zu kämpfen, muss jedoch trotzdem Millimetergenau arbeiten. Eine Physisch wie psychisch große Belastung für den Berufstaucher. 

Weitere Einsatzbereiche an Land sind die Wartung von Brücken, Abwasserrohren, Industrieanlagen oder Wehranlagen. 

Rettungstaucher / Feuerwehrtaucher / Polizeitaucher:

Wie in jedem Bereich des Lebens gibt es in Deutschland auch unter Wasser eine ausgezeichnete medizinische Versorgung. Quasi der Notarzt unter Wasser ist der Rettungstaucher. Er kommt überall dort zum Einsatz wo Gefahr für Leib und Leben besteht und eine erste Hilfe nicht mehr ausreicht. Neben großen Feuerwehren arbeiten diese meistens bei den bekannten Hilfsorganisation / Wasserrettungsorganisationen wie der DGzRS (Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrücher) oder der DLRG (Deutsche Lebens Rettungs Gesellschaft). Dabei retten Sie allerdings nicht nur, sondern sind auch auch zur Unterstützung der bei Einsätzen wie der Bergung von Leichnamen oder Fahrzeugen im Einsatz. Wer in diesem Feld Fuß fassen möchte, muss allerdings vorab eine Feuerwehr oder Rettungsdienstliche Ausbildung vorweisen. Ist man im Polizeidienst tätig geht das Studium zum Polizisten voran. Anders als die anderen beiden Gattungen, werden Polizeitaucher zudem für Einsätze 

Tauchlehrer:

Lehrer übernehmen in der Gesellschaft eine große Verantwortung. Vielleicht bei einem Massensport wie dem Sporttauchen noch ein wenig mehr als andere. Denn Fehler werden unter Wasser meist nicht einfach entschuldigt, sondern haben ernste Konsequenzen für die Taucher und ihre Begleiter. Deswegen ist ein hohes Maß an an pädagogischer Qualität und verantwortungsvoller Unterricht gefragt. Tätig sind die Tauchlehrer oftmals in Vereinen in Deutschland oder auch als selbstständige in den großen Feriengebieten mit eigener Schule. Zertifiziert werden sie entweder durch die Ausbildung in Deutschland oder durch die großen Tauchorganisationen wie SSI oder PADI. 

Tauchguides:

Da der Betrieb von reinen Tauchschulen oft nicht voll ausgelastet ist, bieten diese Tauchschulen oder auch Tauchbasen genannt, auch die Führung durch die örtlichen Gewässer durch Tauchguides an. Auch wenn es nicht verpflichtend ist, haben die meisten auch die Befähigung des Tauchlehrers oder zumindest eine Advanced Tauchausbildung mit Erste Hilfe Kenntnissen und vielen vielen Stunden Erfahrung unter Wasser. 

Golfballtaucher:

Auch bei den Berufstauchern gibt es sehr lukrative Nischen. Eine äußerst beliebte davon ist dem Osterhasen gewidmet. Nämlich das sammeln der Golfbälle aus den Wasserhindernissen. Ruhig und entspannt geht man einmal alle paar Tage die Hindernisse mit einem Korb durch und sammelt die Bälle heraus. Dann wird entweder nach Kilo oder durch eine Pauschale mit dem Golfclub bezahlt. Eine ein wenig monotone Arbeit, die jedoch zu den entspannten Zweigen dieser Berufsart gehört.

Militärische Taucher:

Wer es gerne etwas aufregender hat, kann sich nach seiner Grundausbildung den Kampf- und Marinetauchern bei der Marine anschließen. Ähnlich wie bei anderen Waffengattungen ist auch dies kein Beruf für dünnhäutige. Neben der Erkundung und Spionage unter Wasser, müssen wie bei den Rettungs und Polizeitauchern auch Leichen geborgen werden. Außerdem hat man mit explosiven Gerät wie Sprengstoff und Wasserminen zu tun. Platzangst sollte man auch nicht haben, denn viele Einsätze werden direkt aus einem tauchenden U-boot durch die Torpedomündung begonnen. Auch das Handwerken kommt nicht zu kurz. Der Militärtaucher wird auch für Reparaturarbeiten eingesetzt. 

 

Wie werde ich Berufstaucher?

 

In fast jedem Fall handelt es sich bei der Ausbildung zum Berufstaucher um ein Aufbaumodul. Die benötigte Qualifikation kann also erst nach einer vorhergehenden Ausbildung begonnen werden.

Manch einer hat ein absolviertes Studium als Wissenschaftler oder Ingenieur hinter sich gebracht. Ein anderer wiederum eine Ausbildung zum Mechaniker oder den klassischen Werdegang bei einer Behörde oder der Bundeswehr.

Dauer der Ausbildung

 

Je nach Einsatzgebiet sind die Intensität und die Dauer des Trainings unterschiedlich. Können zum Beispiel Forschungstaucher schon nach wenigen Monaten in die Weiten des Meeres, so muss ein Kampftaucher gleich mehrere Jahre und viele Tauchgänge im Becken absolvieren, bevor er in den Einsatz geht. Schweißer, die teilweise in 200 Metern Tiefe in der Nordsee ihre Arbeiten verrichten, benötigen berufsbegleitend mindestens zwei Jahre für Ihre Tauchausbildung.

Genau wie beim Sporttauchen wird größter Wert auf die Sicherheit beim Tauchen gelegt. Die Anforderungen an diese sind je nach Tätigkeit aber bedeutend größer als bei einem Tauchgang im Urlaub.

Im Jahre 2016 wurde hierzu eine neue Verordnung in Kraft gesetzt, die die heutigen Standards in Punkto Arbeitsmedizin und Arbeitssicherheit berücksichtigt.

Welche Anforderungen gibt es an Berufstaucher?

 

Auch hier spielt natürlich der Einsatzbereich eine große Rolle. Handwerkliche Tätigkeiten bedürfen einer entsprechenden handwerklichen Ausbildung, die wissenschaftlichen Tätigkeiten meist eines absolvierten Studiums.

Im Grunde lässt sich aber sagen, dass Berufstaucher über eine ausgezeichnete physische und psychische Verfassung verfügen müssen.

Die Belastungen des Berufes können sehr hoch sein und eine über Wasser klein erscheinende Einschränkung kann unter Wasser schnell zur Lebensgefahr werden. Deshalb werden Aspiranten auch auf Herz und Nieren getestet, bevor sie schlussendlich eine Zusage bekommen.

Zudem sollten angehende Berufstaucher sich bewusst machen, dass der Beruf den Körper über die Jahre sehr stark beansprucht. Nerven- und Knochenkrankheiten sind keine Seltenheit und sollten wie auch mögliche Arbeitsunfälle bedacht und abgesichert werden.

Des Weiteren wird vorausgesetzt, dass der Bewerber mehrere Jahre als Sporttaucher (Sporttaucher-Brevet) Erfahrung gesammelt hat. Weitere Infos zur "normalen" Tauchausbildung finden Sie in unserem Beitrag über die verschiedenen Tauchabzeichen.

Zu guter Letzt benötigt man einen Führerausweis für Schiffe unter Maschinenantrieb sowie einen Auto-Führerschein.

Ablauf der Ausbildung zum Berufstaucher

 

Innerhalb der Bundesrepublik Deutschland darf jeder Tauchbetrieb ausbilden. Als Anforderung muss jedoch ein Meister mit der Befähigung zur Ausbildung angestellt sein. 

Nachdem der Aspirant einen geeigneten Betrieb für seine Ausbildung gefunden und eine erfolgreiche Bewerbung verfasst hat, wird zunächst ein Fortbildungsvertrag zwischen den beiden Parteien abgeschlossen. Von diesem Tag an dauert die Ausbildung in der Regel zwei Jahre.

Während dieser Zeit müssen diverse Module absolviert werden. Zunächst muss der Taucher einen Nachweis über 200 Tauchstunden erbringen. Dabei ist zu beachten, dass hier mindestens 20 Stunden unter Gerätschaften stattfinden müssen, die im normalen Geschäftsbetrieb sonst nicht verwendet werden.

Dazu finden sogenannte Fortbildungslehrgänge in verschiedenen Disziplinen statt. Der Gesamtaufwand von 320 Unterrichtsstunden ist aufgeteilt in

1. Grundlagen (80 Stunden)

2. Schweißen (80 Stunden)

3. Tauchmedizin (60 Stunden)

4. Anwendungskenntnisse (100 Stunden)

Diese Fortbildungen finden bei externen zentralen Einrichtungen der IHK statt und werden vom Teilnehmer selbst bezahlt.

Karriere als Berufstaucher

 

Wem der Alltag schnell Langeweile bereitet und wer neue Herausforderungen sucht, ist sicherlich auch an den Karrieremöglichkeiten für Berufstaucher interessiert. 

Bei Institutionen wie der Polizei, der Feuerwehr oder Bundeswehr geht der berufliche Aufstieg meist mit der Anzahl der Dienstjahre einher. Somit unterscheidet er sich natürlich von der freien Wirtschaft. Berufstaucher können beispielsweise zum Einsatzleiter im Unternehmen aufsteigen, eine eigene Tauchschule eröffnen oder professionelle Taucher an Unternehmen vermitteln.

Die Schwierigkeiten der Selbstständigkeit sind bekannt und wer eher den abgesicherten Weg bevorzugt, für den ist der öffentliche Dienst sicher eine Option.

Gehalt als Berufstaucher

 

Wie man sich sicher vorstellen kann, hat dieser Beruf durch seine lange und intensive Ausbildung, sowie den großen Gefahren und dadurch resultierenden Aufschlägen ein recht hohes Gehaltsniveau. 

Auch die verpflichtenden und regelmäßigen Fortbildungen und Lehrgänge, die der Berufstaucher selbst zahlen muss, werden in den Gehaltsgefügen mit abgebildet. Diese gehen leicht mal in die tausende jedes Jahr. Auch die Tatsache, dass man in der ganzen Welt arbeitet und somit viel unterwegs ist, spiegelt sich im Gehalt wieder. 

 

Die normale Wochen Stundenzeit beträgt 40 Stunde. 

So verdienen die Berufstaucher in aller Regel im Schnitt 14 Euro die Stunde zuzüglich 10-30€ Tauchzulagen pro Stunde. So kann je nach Einsatzzeit und Motivation das Gehalt schon einmal zwischen 3.500€ & 10.000€ im Monat liegen.