Druckausgleich

 

Ein rechtzeitig durchgeführter Druckausgleich beugt Dekompressionskrankheiten vor und sollte vor jedem Tauchgang stattfinden. Sollten Sie beispielsweise beim Tauchen große Höhenunterschiede in kurzer Zeit überwinden, können Symptome wie Ohrenschmerzen oder Ohrendruck auftreten.

Bei keinem oder falsch durchgeführtem Druckausgleich ist die Wahrscheinlichkeit eines Barotraumas sehr hoch. Ein Barotrauma ist äußerst schmerzhaft, kann aber durch gutes Timing, mittels Druckausgleich vorgebeugt werden.

Bei einer intakten Ohrtrompete lässt sich der Druck mit einfach durchzuführenden Methoden ausgleichen.

Darüber hinaus besitzen die meisten Tauchmasken in der Regel einen Nasenerker aus einem flexiblen Material, damit die Nase mit der Hand zusammengedrückt und ein Druckausgleich durchgeführt werden kann.

Was ist ein Druckausgleich?

Unter Druckausgleich versteht man einen Vorgang, bei dem in zwei oder mehr getrennten Räumen, die mit demselben Medium (in der Regel Gase) gefüllt sind, ein identischer Druck hergestellt wird.

Warum ist der Druckausgleich beim Tauchen wichtig?

Da der Druck unter Wasser wesentlich höher ausfällt als an Land, sollten die luftgefüllten Organe wie die Nasennebenhöhlen oder das Mittelohr unter besonderer Beobachtung stehen.

Sollten Sie vorhaben, in naher Zukunft zu Tauchen und sind sich Ihrer gesundheitlichen Verfassung nicht sicher, ist ein Arztbesuch ratsam. Ein Ärztliches Gutachten kann Ihnen detaillierte Auskünfte und die Sicherheit geben, ob Sie ausreichend fit für die jeweilige Exkursion sind.

Beim Tauchen können sich die luftgefüllten Organe nur bedingt an die Druckverhältnisse, die Unterwasser herrschen, anpassen. Taucher sollten den Druckausgleich unter keinen Umständen vergessen, da sonst innere Organe wie beispielsweise das Mittel- oder Innenohr stark beschädigt werden können und es im schlimmsten Fall zu langfristigen körperlichen Einschränkungen kommen kann.

 

Wie wird der Druckausgleich durchgeführt?

Die bekanntesten Methoden einen Druckausgleich herzustellen werden Valsalva, Frenzel und Toynbee Methode genannt.

Valsalva Technik

Gerade für Neulinge ist die Valsalva Technik ein sehr simples Verfahren für einen Druckausgleich, da sie keine großartige Schulung benötigt.

Hierzu presst der Taucher mit Daumen und Zeigefinger einer Hand die Nasenflügel zusammen und blockiert die Luftzufuhr durch die Nasenlöcher.

Ein daraufhin folgendes leichtes Ausatmen durch die Nase sorgt für einen Druckaufbau. Dadurch wird die Eustachische Röhre geöffnet. Der Nachteil bei diesem Verfahren ist, dass die Eustachischen Röhren bei wiederholtem Benutzen dieser Technik anschwellen können.

Der Rückfluss des Blutes wird beeinträchtigt, was letztlich zu einem Blutdruckabfall führen kann.

Frenzel Methode

Eine etwas anspruchsvollere Methode stellt die im zweiten Weltkrieg von Hermann Frenzel entworfene Technik dar.

Es ist zu empfehlen, sich diese Technik von einem Tauchlehrer mit viel Erfahrung beibringen zu lassen. Alternativ können Sie diese auch vor dem Spiegel proben.

Dabei stellen Sie sich vor, Sie seien kurz davor ein schweres Gewicht zu heben. Reflexiv riegelt der Körper die Stimmbänder bei einem solchen Vorhaben ab.

Mit Daumen und Zeigefinger einer Hand werden die Nasenflügel zusammengepresst, zugleich wird ein K-Laut ausgestoßen. Dies bewirkt, dass sich der hintere Teil der Zunge und der Kehlkopf nach oben drücken.

Bei korrekter Ausführung blähen sich die Nasenflügel auf und der Adamsapfel sich zeitgleich anhebt. Im Wesentlichen weist die Frenzel Methode zwei entscheidende Vorteile auf: Zum einen kann das Atmen fortgeführt werden, und des Weiteren wird der Rückfluss des Blutes durch die kaum vorhandene Anstrengung nicht beeinflusst.

Toynbee Methode

Hierzu werden mit dem Daumen und dem Zeigefinger einer Hand die Nasenflügel  zusammengepresst. Zeitgleich wird dabei geschluckt. Der so entstehende Druck der Halsmuskulatur öffnet beide Eustachischen Kanäle.

Die Toynbee Methode stellt sich bei Neueinsteigern als problematisch dar, da die trockene Pressluft das Schlucken erschwert. Der große Nachteil dieser Technik ist:

Sollten Sie bei einem raschen Abstieg den richtigen Moment zum Druckausgleich verpassen, wird das Öffnen der Eustachischen Röhren immer schwerer. Sie laufen Gefahr, eine Dekompressionskrankheit zu erleiden, daher sollten Sie mit Bedacht die richtige Methode auswählen und sich vorher entsprechend schulen lassen oder die Technik ausgiebig üben.

Darüber hinaus ist es zu empfehlen, sich alle der oben genannten Methoden anzueignen, falls Ihre favorisierte Methode nicht funktionieren sollte.

Fazit

Sie sollten sich alle der oben genannten Methoden aneignen, falls Ihre favorisierte Methode nicht funktionieren sollte.

Um Komplikationen zu vermeiden und den daraus resultierenden Dekompressionskrankheiten vorzubeugen, sollten Sie immer rechtzeitig einen Druckausgleich durchführen. Schlimmeren Folgen wie einem Barotrauma wird auf diese Weise vorgebeugt.