Gefährliche Meerestiere - wie verhält man sich?

Die meisten Meerestiere sind einfach nur schön anzusehen und völlig harmlos. Ernsthafte Unfälle mit Menschen sind selten - doch sollten Sie die Sicherheit beim Tauchen nicht außer Acht lassen, um im Ernstfall lebensrettend handeln zu können. Wir thematisieren in diesem Artikel, vor welchen Tieren Sie sich besonders in Acht nehmen sollten, welche Arten von Verletzungen auftreten können und wie Sie entsprechend Erste Hilfe leisten.

 

Haie:

Sie sind wahrscheinlich die wohl angsteinflößendsten Meeresbewohner. Hollywood spielt hier eine große Rolle. Durch Filme wie "Der Weiße Hai“ hat sich ein bestimmtes Bild in den Köpfen der Menschen festgesetzt. Jedoch ist ihr Ruf schlechter als nötig. Denn sie sind ziemlich scheu. Die meisten Haiangriffe auf Menschen sind darauf zurückzuführen, dass sie Menschen nicht identifizieren können und diese mit Beute verwechseln. Sollte es doch zu einem Zwischenfall kommen, sollten Sie bei Bissen wie folgt vorgehen:

 

Bisse:

Eine Panikreaktion stellt die wahrscheinlich größte Gefahr bei ungiftigen Tieren dar. Es ist zu raten, trotz der bedrohlichen Situation ruhig und sicher aufzusteigen.

 

Hai Erste Hilfe bei Bissen Unterwasser: 

1. Tauchgang abbrechen und nicht zu schnell Aufsteigen (um einem Barotrauma vorzubeugen)

2. Blutung stoppen

3. Wunde reinigen, wenn möglich desinfizieren und abbinden

4. Arzt aufsuchen 

 

 

 

Steinfisch:

Der Steinfisch gehört zu den giftigsten Fischen im Meer. Setzt der Steinfisch sich am Meeresgrund ab, ist er kaum von Steinen zu unterscheiden - daher sein Name. Das Fatale: Der Steinfisch kann sich so gut tarnen, dass Taucher ihn mit einem gewöhnlichen Stein verwechseln und versehentlich drauftreten. Ihre 13 Giftstacheln sind mit einem hoch dosierten Gift versehen. Bei Kontakt mit der Haut folgen: Unerträgliche Schmerzen, Blutdruckabfall, Kammerflimmern und lebensgefährliche Lähmungen. Bei einem Stich muss umgehend ein Arzt aufgesucht werden.

 

Gifte:

Die Toxine der Unterwasserlebewesen sind weitgehend unerforscht. Sie können neurotoxisch, hämolytisch oder Blut gerinnend wirken. Zunächst wird versucht, die weitere Ausweitung des Giftes zu stoppen und gleichzeitig mittels Antidoten (Gegengifte) die Toxine zu eliminieren. Sollten Symptome einer Vergiftung durch Unterwasserlebewesen auftreten, ist es dringend zu raten, einen Arzt aufzusuchen. Die lebenserhaltenden Organe/Mechanismen wie beispielsweise die Atmung, das Kreislaufsystem und die Nierenfunktionen müssen gezielt untersucht und behandelt werden, um langfristigen Schäden vorzubeugen.

 

Erste Hilfe bei Vergiftungen: 

1. Sorgfältig sichtbare Fremdkörper entfernen   Steinfisch

2. Zu empfehlen ist die Heißwassermethode. Betroffene Bereiche für mindestens eine halbe Stunde in so heißes Wasser wie möglich tauchen. Zu beachten ist, dass Temperaturen von mehr als 45°C - 50°C nicht ertragbar sind und neue Verletzungen zur Folge hätten. Die Heißwassermethode ist eine wirksame Behandlung um das Gift zu neutralisieren und schmerzlindernd entgegen zu wirken.

3. Wunde reinigen

4. Nierentätigkeit anregen - durch Trinken 

5. Arzt aufsuchen 

 

 

Quallen:

Medusen (Quallen) bestehen ca. aus 99 % Wasser, dennoch sind Berührungen extrem gefährlich. Die Gifte, die sie absondern, führen bei Menschen zu Lähmungserscheinungen bis hin zum Atemstillstand. Alle Quallen haben jedoch eine Gemeinsamkeit, sie sondern Ihre Toxine durch sogenannte Nesselkapseln ab. Zu unterscheiden ist die Intensität der Substanz. Eine Berührung der Feuerqualle führt z.B. zu Rötungen und starkem Brennen auf der Haut, wohin gegen eine Berührung mit der Seewespe wesentlich schlimmere Folgen haben. Das Gift der Seewespe frisst sich durch sämtliche Hautschichten, zerstört die Nervenbahnen und durchlöchert die Membran der Blutkörperchen, wodurch es zu einem Herzstillstand kommen kann.

 

Vernesselungen:

Eine Vernesselung kann bereits bei der kleinsten Berührung mit einer Qualle entstehen. Hierbei werden Tausende, mikroskopisch kleine und vor allem giftige Stacheln in die Haut gestoßen. In den seltensten Fällen sind diese lebensbedrohlich. Die typischen Symptome einer Vernesselung sind in ihrer Art und Intensivität sehr unterschiedlich und breit gefächert. Angefangen beim leichten Brennen der Hautoberfläche, bis hin zu unerträglichen Schmerzen und immenser Blasenbildung, ist eine Vernesselung in verschiedene Schweregrade zu kategorisieren. Besonders kritisch wird es, wenn der/die Betroffene einen allergischen Schock erleidet.

 

Pauschale Verhaltensreaktion, bei Körperkontakt mit Quallen:

Quallen

1. Das Gewässer auf direktem Wege austreten und dabei Ruhe bewahren.

2. Dabei keineswegs die betroffenen Stellen berühren. Einen Notarzt zu kontaktieren ist nicht immer ein Muss, kann jedoch nie zum Nachteil werden.

3. Opfer ruhigstellen und erkennbare Stellen mit warmem Salzwasser, und (falls vorhanden) Rasierschaum/-gel sanft auf die Haut tupfen. Beides wirkt desinfizierend und leicht betäubend.

4. Die auf der Wunde befindlichen, restlichen Quallen Tentakel sollten sehr behutsam mithilfe einer Kreditkarte oder Rasierklinge im 30°-Winkel abgekratzt und entfernt werden. Dabei ist Ruhe zu bewahren, da durch starke Bewegungen weiteres Gift verbreitet wird.

5. Alle offenen Wunden sollten mit antibiotischen Salben und warmem Wasser gereinigt werden. Daraufhin kann ein Verband angelegt werden.

6. Sollte sich die Vergiftung auf einer großen Fläche ausgebreitet haben, bzw. an mehreren Stellen und/oder im Gesicht befinden, ist dringend ärztliche Hilfe dazu zu holen. Ist eine fortgeschrittene Symptomatik, wie beispielsweise Kurzatmigkeit, Übelkeit, und Kreislaufschwäche vorhanden, sollte eine Notaufnahmestelle besucht werden.


Die oben genannten Tipps sind kein Ersatz zu einem ärztlichen Gutachten. Sie sollen lediglich Auskunft darüber geben, wie eine Erstbehandlung aussehen sollte. 

 

Fazit:

Grundsätzlich sind die meisten Meeresbewohner ziemlich scheu und ungefährlich. Jedoch wissen viele sich zu verteidigen. Da es aber Meeresbewohner gibt, die einem Taucher gefährlich werden können, ist es notwendig, sich entsprechende Kenntnisse anzueignen. Wichtig ist es immer behutsam zu tauchen, aufmerksam zu bleiben und die empfindlichen Meeresorganismen nicht zu berühren oder zu stören. Die Tiere können sich alleine durch Ihre Anwesenheit provoziert fühlen.
Falls der Ernstfall eintreten sollte, können Ihnen die oben genannten Tipps weiterhelfen.
Jedoch ist es dringend zu empfehlen immer einen Arzt aufzusuchen.